Schmutzgeier

Deutschlands erste Schmutzgeier-Nachzucht ist auf dem Bayerischen Jagdfalkenhof Schloss Schillingsfürst gelungen.

Am 8.Mai 2000 legten die auf dem Bayerischen Jagdfalkenhof seit Jahren in einer Zuchtvoliere lebenden Schmutzgeier ihr erstes befruchtetes Ei das voll intakt war. Eine Woche zuvor hatten sie bereits ein Ei gelegt was aber durch die beiden Altvögel zerstört wurde. Um das zweite Ei vor dem selben Schicksal zu bewahren, brachten die Mitarbeiter des Falkenhofes das intakte Ei sofort in eine Brutmaschine, um es dort unter ständiger Beobachtung in 42 Tagen auszubrüten. Am 21. Juni pickte der junge Schmutzgeier selbstständig die Eierschale an und brauchte bis zum 23. Juni um voll und ganz zu schlüpfen. Der junge Schmutzgeier wurde von den Falknern des Bayerischen Jagdfalkenhofes von Hand großgezogen.

Dieser Zuchterfolg gibt wieder den Befürwortern des Europaeischen Erhaltungsprogrammes recht, die mir der Erhaltung eines in Zoos und Tierparks eingebrachten Genpotentials für die Erhaltung einer möglichst großen Artenvielfalt in der Natur kämpfen. Gerade bei den Europaeischen Schmutzgeiern ist es nötig, ein möglichst großes Genpotential in Gefangenschaft zu besitzen, da diese Geierart stark vom Aussterben bedroht ist. So stark, dass sie im Washingtoner Artenschutzabkommen auf die Liste 1 der besonders vom Aussterben bedrohten Tierarten aufgenommen ist.

Trotz dieser internationalen Schutzmassnahmen gehen die Bestände dieser faszinierenden Geierart Jahr für Jahr in Europa zurück. Hauptgrund für den starken Rückgang der Schmutzgeier Population, z.B. im ehemaligen Jugoslawien, ist das Ausbringen von vergifteten Fleischködern durch die dort ansässige Landbevölkerung. Eigentlich wollen diese Menschen in dem vom Krieg sehr gezeichneten Ländern nicht die Schmutzgeier töten, sondern die in diesen Landstrichen sehr häufig vorkommenden Braunbären, die den Bauern Vieh reißen. Bei diesen Vergiftungsaktionen werden aber hauptsächlich die europäischen Geierarten in Mitleidenschaft gezogen und stehen kurz vor ihrer Ausrottung. Selbst durch das strikte Verbot der Giftausbringung und die Aufklärung der Bevölkerung, konnte man bis heute keine Erfolge verzeichnen. Vermutlich wird sich an dieser Situation auch in den nächsten Jahren nichts ändern, da die Landbevölkerung in diesen Gebieten selbst um ihr Überleben kämpft und der Verlust von auch nur ein oder zwei Schafen einem Bauern die Existenzgrundlage entzieht. Auch in Griechenland, in den Meteoraklöstern, wo noch vor einigen Jahren Kolonien von Hunderten von Geiern lebten, sind die Bestände der europäischen Geierarten stark zurückgegangen und haben sich auf vereinzelte Geier reduziert.

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